24.01.2012

von B° RB

Neue Ausstellungsabteilung

Neue Ausstellungsabteilung im Museum Bayerisches Vogtland
: Geschichte der Flüchtlinge und Vertriebenen in Hof

Mitgliedskarte der Ball-Spiel-Gemeinschaft Flüchtlingslager Moschendorf. Foto: Museum Bayerisches Vogtland

Ab dem 28. Januar 2012 ist im Museum Bayerisches Vogtland in Hof eine völlig neue Abteilung zur Geschichte der Flüchtlinge und Vertriebenen in Hof zu besichtigen. Zahlreiche Schaustücke zeigen auf drei Etagen einen Ausschnitt der deutschen Geschichte am Beispiel der Stadt Hof.

Eröffnung am 27. Januar 2012 mit Prof. Dr. Hellmuth Karasek


Die Festrede zur Eröffnung am 27. Januar 2012 wird der Theater- und Literaturkritiker Prof. Dr. Hellmuth Karasek halten. Der in Brünn geborene Karasek hat in seiner Autobiografie „Auf der Flucht“ seine eigene Vertreibungsgeschichte beschrieben. Mit der Eröffnung am Gedenktag zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus, der vom Bundespräsidenten Roman Herzog begründet worden war, weisen die Kulturverantwortlichen der Stadt Hof bewusst darauf hin, dass Flucht und Vertreibung eine Vorgeschichte haben und nicht „über Nacht“ gekommen sind.


Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Hof zur ersten Anlaufstation für unzählige Menschen, die im Zuge von Flucht, Vertreibung oder Zwangsumsiedlung ihre Heimat in den deutschen Ostgebieten oder im östlichen Europa verloren hatten. Mehr als zwei Millionen Flüchtlinge und Vertriebene wurden bis Anfang der 1950er Jahre durch Hof geschleust, wo sie Unterkunft und Verpflegung erhielten. Im Stadtteil Moschendorf befand sich das größte bayerische Flüchtlingslager. Die Hofer Bevölkerung wuchs zudem durch den dauerhaften Zuzug von etwa 15.000 Heimatvertriebenen um nahezu ein Viertel. Durch ihre mitgebrachten heimatlichen Traditionen wie auch ihre individuellen Fähigkeiten prägten diese die Entwicklung der Stadt in der Nachkriegszeit entscheidend mit.

Über 400 Exponate auf drei Etagen


Im öffentlichen Bewusstsein ist dieser für die Stadt Hof so bedeutende Aspekt der Zeitgeschichte inzwischen jedoch nur noch wenig präsent. Das städtische Museum Bayerisches Vogtland widmet sich deshalb dem Thema „Flüchtlinge und Vertriebene in Hof“ im Rahmen einer wissenschaftlich fundierten und zeitgemäß gestalteten neuen Abteilung seiner Dauerausstellung. Auf drei Ebenen eines in den letzten zwei Jahren aufwendig sanierten Museumsanbaus werden mehr als 400 für das Thema einschlägige Exponate von einmaligem historischem Wert präsentiert. Im Zuge der baulichen Maßnahmen erhielt das Museum außerdem einen neuen, modern ausgestatteten Eingangsbereich mit Café und Museumsshop. Nach der feierlichen Einweihung am 27. Januar 2012 wird die neue Museumsabteilung ab dem 28. Januar der Öffentlichkeit zugänglich sein. Alle Bereiche der Ausstellung sind barrierefrei.

Blick aus vielen Perspektiven und Einsatz verschiedener Medien


Die Ausstellung stellt exemplarisch am Beispiel der Hofer Region die Geschichte der Ankunft und Eingliederung der Flüchtlinge und Vertriebenen in Westdeutschland dar. Sie informiert allgemein verständlich über die Ursachen und Abläufe von Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlung. Der Stellenwert der Ereignisse innerhalb des kulturellen Gedächtnisses der Bundesrepublik wird aufgezeigt. Die bayernweit einzigartige und weit über die Region hinaus bedeutende Ausstellung zeichnet sich durch eine Herangehensweise aus, die verschiedene Blickwinkel bietet. Auf eine gründliche Ausleuchtung des noch immer kontroversen Themas in seinen unterschiedlichsten Facetten wird besonderer Wert gelegt. An zahlreichen Multimedia-Stationen mit Bild- und Tondokumenten werden die Besucherinnen und Besuchern selbst tätig und können sich aktiv mit den Inhalten der Ausstellung auseinandersetzen.


Museum Bayerisches Vogtland
Unteres Tor 5a/b (ab 28.01.2012: Sigmundsgraben 6)
95028 Hof
Tel.: 09281/815-2700

Öffnungszeiten: täglich außer montags 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr


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