21.05.2017

von B° RB

Hofer Schlappentag

Hofer Schlappentag am 12. Juni 2017: Das Original seit 1432

Hofer Schlappentag

Immer am Montag nach Pfingsten feiert man in Hof eine der ältesten deutschen Handwerks- und Schützentraditionen überhaupt. Der „Hofer Schlappentag“, der am 12. Juni 2017 zum 585. Mal stattfindet, lockt Jung und Alt auf den Festplatz am Schießgraben. 

Hofer bewaffnen sich nach Hussitenüberfall

Die Geschichte des Schlappentages ist einmalig: 1430 überfielen die Hussiten die Stadt und ließen sie in völliger Verwüstung zurück. Der Markgraf von Brandenburg gewährte den Hofern für die Zeit des Wiederaufbaus Steuerfreiheit, machte aber zur Bedingung, dass die Hofer zur Verteidigung regelmäßig Schießübungen durchführten. Seit 1432 machte sich die neue, meist aus Handwerkern bestehende Schützengilde regelmäßig einmal im Jahr ans Üben mit ihren Gewehren. Die Männer taten das allerdings meist erst am letztmöglichen Tag, dem „Montag nach Trinitatis“. Dann eilten sie schnell noch in ihren Arbeitsschlappen zum Schießplatz und gaben ihre Schüsse ab. Hieraus entwickelte sich der von den Privilegierten Scheibenschützen organisierte Festzug, der sich auch in diesem Jahr wieder um 9 Uhr am Rathaus versammelt, um zum Schießhäuschen zu ziehen. 

Schlappenbier begründet Festtradition

Die Hofer Schützen jedoch kamen schnell auf eine gesellige Idee und nutzen ein Privileg, das nur ihnen zustand: das Braurecht. So wurde schon bald pünktlich zu den Schießübungen das Schlappenbier eingebraut, dessen Rezeptur und Name bis heute geschützt sind. 

Schlappenschießen und 3. Hofer Bürgerschießen

Das traditionelle Schlappenschießen, bei dem heutzutage die Honoratioren der Stadt um den Titel des Schlappenkönigs kämpfen, findet am Vortag des Festes im Schießgraben statt. Aber auch jeder Hofer kann seine Schießkünste mit denen anderer messen: Am 11. Juni ab 14 Uhr kann man beim 3. Bürgerschlappenschießen seine Treffsicherheit unter Beweis stellen. Angetreten werden kann in der Einzelkategorie oder in Mannschaften. Mitmachen darf jeder ab Jahrgang 2003 oder älter. Die Startgebühr von 5 Euro für drei Schuss beinhaltet einen Versicherungsschutz sowie einen Getränkebon. Nachgekauft werden können maximal zwei Schuss für je einen Euro. Probeschüsse sind nicht erlaubt.

In diesem Jahr kann zwischen 14:00 Uhr und 17:30 Uhr in zwei Kategorien angetreten werden. Die Einzelwertung gibt es für Jugendliche (Jahrgang 2003 – 1999) sowie für Erwachsene (Jahrgang 1998 und älter). Der Sieger des Erwachsenenschießens darf 2018 dann am Honoratiorenschießen teilnehmen und hat so die Chance, Schlappenkönig oder -königin zu werden.

Bei der Mannschaftswertung können vier oder mehr Mitglieder eines Hofer Vereins als Team antreten. Wichtig ist, dass sie ein und demselben Verein angehören. Gewertet wird jeweils der beste Tiefschuss pro Schütze. Diese werden addiert und schließlich durch die Anzahl der Teammitglieder geteilt. Die Auswertung der Schüsse erfolgt ab 17:30 Uhr. Um 18:30 Uhr findet dann auf dem Festplatz die große Siegerehrung statt. Für die Einzelschützen werden Sach- und Geldpreise von der Brauerei Scherdel ausgelobt, die beste Vereinsmannschaft darf sich über einen Pokal freuen. 

Hussitenführung am Sonntag

Der Sonntag beginnt zunächst neben dem Ausschießen des Schlappenkönigs mit der anschließenden Hussiten-Führung um 14 Uhr (Treffpunkt: Michaeliskirche). Die szenische Führung in historischen Gewändern stellt noch einmal lebendig den Überfall auf Hof und die Entstehung des Schlappentages nach und wird durch die Gästeführer der Stadt organisiert. Bei der abendlichen Siegerehrung für die erfolgreichsten Schützen des Bürgerschießens kann auch bereits im Festzelt gefeiert werden – allerdings noch nicht mit Schlappenbier. Das gibt es dann ganz traditionell am Montag. Der Morgen beginnt mit dem großen Schützen- und Handwerkerumzug, bevor die Böllerschüsse knallen und es im Festzelt dann heißt: „Etzerd leffds“. Friedlich und ausgelassen soll er dann sein, der 585. Hofer Schlappentag.

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