Theresienstein in Hof

Theresienstein in Hof zwischen Fichtelgebirge und Frankenwald

Am Fröhlichenstein wurde ab 1819 das bis dahin völlig kahle Gelände bepflanzt und als Parkanlage gestaltet. Auf dem höchstgelegenen und wegen der Aussicht wirkungsvollstem Platz der Anlage, auf dem malerischen Zwillingsfelsen, der wegen der beiden sich ähnelnden Felsblöcken so bezeichnet wurde, entstand der Sonnentempel, von wo aus man die Ansicht der weitläufigen Landschaft genießen konnte.

Diese erste Entstehungsphase ist noch ganz den Prinzipien des klassischen Landschaftsgarten verhaftet. Die Grenzen zur freien Landschaft sind aufgelöst, Sitzplätze mit Blick auf die Saaleaue und die Stadt Hof sind geschickt in die Anlage integriert und geschwungene, den natürlichen Gegebenheiten angepasste Wege durchziehen den Park. Neben diesem Aspekt stand hinter der Konzeption von Anfang an die Idee eines für alle Bürger zugänglichen Parks. Bereits ab 1829 wurde die Anlage in westlicher Richtung bis zur Alten Plauener Straße erweitert. Durch das dichte Wegenetz entstehen unterschiedliche Parkräume wie z. B. ein Obstbaumquartier, Einzelbäume mit Sommerblumen unterpflanzt, Rosenbeete und Quartiere mit verschiedenen Laub- und Nadelholzpflanzungen.

Um 1828 trug man sich mit dem Gedanken, als Hauptanziehungspunkt des Fröhlichensteins ein Wirtschaftsgebäude zu erbauen, das den Bürgern als Ausflugslokal und Ort des geselligen Beisammenseins dienen sollte. Im Jahre 1832 ließ man schließlich das erste Wirtschaftsgebäude errichten.


Besuch der Königin

Am 22. August 1836 besuchte Königin Therese von Bayern in Begleitung ihres Sohnes Ottos von Griechenland und des Großherzogs von Oldenburg, den Fröhlichenstein. Aus Anlass dieses erfreulichen Ereignisses wurde die Parkanlage von nun an zu Ehren des hohen Besuchs "Theresienstein" genannt.


Parkerweiterungen

Mit dem Bau der Eisenbahnlinie im Jahre 1848 brach für Hof das Industriezeitalter an, was einen raschen Wandel des Städtebaus und ein rasantes Anwachsen der Einwohnerzahlen zur Folge hatte. Gleichzeitig wuchs in der Bevölkerung die Wertschätzung für den Theresiensteinpark. Dies kam auch in der Gründung des Verschönerungsvereins zum Ausdruck, der sich als Ziel die Erweiterung und Umgestaltung des Stadtparks setzte, wofür der Verein selbst Grundstückskäufe tätigte und die Parkerweiterung leitete. Der Vereinsvorsitzende war Gottlob Thomas, der sich als Stadtbaurat umfangreich mit der Gartenkunst beschäftigte. Unter Stadtbaurat Thomas entstanden zahlreiche Neuanlagen und Umgestaltungen. Er plante das Teppichbeet mit einem Springbrunnen, wobei er in die landschaftlich gestaltete Anlage ein geometrisches Element einfügte. Unterhalb des Teppichbeetes wurde ein Fläche mit Schmuckpflanzen und Palmen bepflanzt, was die Beliebtheit exotischer Pflanzen im vergangen Jahrhundert verdeutlicht, und ein Pavillon errichtet. Der Park wurde erneut erweitert. Der Pleasure-Ground mit großer botanischer Vielfalt und Raritäten entstand.

Ein weiterer Aussichtspavillon im historischen Stil mit reichen ornamentalen Schnitzereien wurde 1885 auf einem mit romantischen Felspartien und exotischen Pflanzen gestalteten Aussichtshügel errichtet. Zu Ehren seines Erbauers erhielt das Bauwerk den Namen "Thomashöhe".
Der Luitpoldhain wurde in der stilistisch hoch interessanten Epoche des ausklingenden 19. Jahrhunderts angelegt. Mit der Anlage dieser Parklandschaft erhielt die Gesamtanlage des Parks zusätzlich eine weiträumige Bewegungsfläche, die zur Erholung und Ergötzung der Bürger gedacht war. In vielen Details, wie idyllisch gelegenen Teichen, Wasserbecken mit Springbrunnen und weiteren Pavillons, schuf man hier kleine Sehenswürdigkeiten.

Das Labyrinth

Die Anlagen am Labyrinth haben von allen Parkteilen die älteste Tradition. Schon im 17. Jahrhundert gab es hier einen Irrgarten, der von einem Lehrer für die Schuljugend angelegt wurde.
Die Idee, auf der Höhe der Labyrinthanlage eine künstliche Ruine mit Aussichtsturm zu errichten, wurde vom Verschönerungsverein ab 1877 verfolgt und in den folgenden Jahren umgesetzt. Da die Anlage die Illusion einer verfallenen mittelalterlichen Burg erzeugen sollte, bot es sich an, einen vom 1743 abgebrannten Hofer Schloss übrig gebliebenen Torbogen mit einzubauen. Die Labyrinthanlage entwickelte sich nicht zuletzt wegen der schönen Lage und der guten Aussicht in alle Himmelsrichtungen zu einem außerordentlich beliebten Ziel der Hofer Bürgerschaft.


Wirtschaftsgebäude

Das alte klassizistische Wirtschaftsgebäude war schon in den Jahren ab1870 zu klein geworden und befand sich in einem beklagenswerten Zustand.
Nachdem Mittel für einen Neubau in Aussicht gestellt wurden, entwarf Stadtbaurat Albert Mollweide, der Nachfolger von Gottlob Thomas, Pläne für ein neues Gebäude, das 1903 gebaut wurde. Es dominieren zeitgenössische Jugendstilmotive.
Vor dem Wirtschaftsgebäude befindet sich ein großer Platz an dessen südwestlicher Seite nach Fertigstellung des Wirtschaftgebäudes ein Musikpavillon mit floralen Ornamenten und reich verzierten Metallgeländern errichtet. In den Sommermonaten wurden hier regelmäßig Standkonzerte geboten, die bei den Hofer Bürgern sehr beliebt waren, und nach einer Gebäudesanierung in den 80er Jahren wieder aufgenommen wurden.


Der Botanische Garten

Der Botanische Garten war in seiner Grundkonzeption als Schulgarten gedacht. Während der Wirren des Zweiten Weltkriegs wurde er jedoch vernachlässigt. Erst in den 60-er Jahren wurde hier wieder investiert und das Ergebnis das sich seither daraus entwickelt hat, kann sich weltweit sehen lassen.
Der Garten lässt sich in zwei große Bereiche untergliedern: das geometrisch angelegte Rosarium und die eher landschaftlich gestaltete Anlage mit Alpinum, Seerosenteich, Schattenquartier und weitläufigen Prachtstaudenflächen. 2000 entstand mit fundierter fachlicher Unterstützung von Ärzten und Apothekern ein neuer Heilpflanzengarten. Die Pflanzenauswahl erfolgt nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen.


Der Zoologische Garten

Gleich neben dem Stadtpark liegt der Zoo Hof, der durch eine Fülle verschiedenartiger exotischer und einheimischer Tiere überrascht. Im angegliederten geologischen Garten werden eindrucksvoll die Gesteinsarten des Fichtelgebirges und des Frankenwaldes erklärt und der Besucher versteht angesichts der Vielfalt an Gesteinen und Mineralien, die in der Region Hof vorkommen, warum diese zu den "steinreichsten Gebieten" der Welt zählt.

Staffagenbauten und Gewässer

Ein Höhepunkt des Theresiensteins ist sicherlich der Pavillon auf der Thomashöhe, der von allen wieder renovierten oder neu erstellten Bauten am originalgetreuesten wiederhergestellt wurde.
Unserer Zeit entsprechend, mit modernen Baustoffen nachempfunden, wurde der frühere Pavillon am Palmenbeet. Er wurde mit einen Bauwerk ersetzt, das im Grundriss und Größenverhältnis dem historischen Vorbild entspricht.
Die so genannten "Regnschärmla" stellen die originellsten Staffagenbauten des Parks dar. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden sie als Unterstand errichtet. Auch diese Bauten wurden im Zuge der Parksanierung mit modernen, stabileren Baustoffen wiederhergestellt. Am Uferweg entlang der Saale liegt das geschwungene Brunnenbecken des Fontänenbrunnens. Eine grottenartige Felsschichtung umrahmt das Bauwerk. Hier steigt eine hohe Fontäne auf.


Veranstaltungen, Freizeiteinrichtungen

Obwohl großer Wert darauf gelegt wird, das historische Erscheinungsbild wiederherzustellen, bietet der Stadtpark auch zahlreiche Möglichkeiten für die zeitgemäße Freizeitgestaltung.
In dem Musikpavillon, der bis zu 40 Musikern Platz bietet, finden in den Sommermonaten regelmäßig Konzerte statt.
Seit vielen Jahren, findet im Sommer der Hofer Umwelttag statt, wo Vereine, Institutionen und Firmen über die vielfältigen Möglichkeiten informieren, sich für eine lebenswerte Zukunft umweltgerecht zu erhalten und zu engagieren.
In der Zeit, wenn die Rosen in voller Pracht und Blüte stehen, wird alljährlich im Botanischen Garten das Rosenfest gefeiert.
Zwei attraktiv gestaltete Kinderspielplätze im Bereich des Theresiensteins bieten für die jüngsten Parkbesucher einen Anziehungspunkt.

Theresienstein in Hof im Fichtelgebirge
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